Vierter Platz im Zukunftslabor Bezirksklasse Halle

Gespeichert von c4 am Di., 19.05.2026 - 03:54

Das letzte Saison-Spiel der Bezirksklasse fand 2 Wochen nach dem Abschluss aller anderen Ligen statt, denn die doppelrundige Austragung ergab einen zusätzlichen Spieltag. 
Hettstedts Vierte unterlag gegen die dritte Mannschaft des Reideburger SV mit 1 : 3. Ein Remis erzielten Mannschaftsleiter Gunnar Dockhorn und Stefan Malkoc. Die Reideburger spielten mit der stärksten Aufstellung der Serie und erzielten ihren allerersten Sieg der gesamten Serie. Hettstedt belegte einen guten vierten Platz, schrammte sogar nur knapp am Dritten vorbei. Reideburg blieb Letzter.

Die Bezirksklasse spielt an vier Brettern. Für die vierte Mannschaft der Schachfreunde Hettstedt saßen im Saisonverlauf (10 Spiele) insgesamt 16 unterschiedliche Spieler an den Brettern. Die häufigsten Einsätze verzeichneten Nachwuchsspielerin Greta Müller und Mannschaftsleiter Gunnar Dockhorn. Mit Stefan Malkoc, Dave Riemer und Dirk Müller waren drei Spieler im Einsatz, die durch ihre Schach spielenden Kinder im Verein ankerten und nun in der Mannschaft mitwirkten. 

Ist die Bezirksklasse Halle vielleicht sogar eine Art Zukunftslabor für den Verband ? Vor zwei Jahren wurde hier eine neue Nachmelde-Regel in Kraft gesetzt, die es neuen Vereins-Mitgliedern oder dem eigenen Nachwuchs erlaubt, jederzeit in die Mannschaften der Bezirksklasse einzurücken und mitzuspielen. Per einfacher Nachmeldung ! Rückblickend geradezu irre, wie selbstbehindernd die Regeln früher waren. 
Hettstedt nutzte diesen Nachmeldungs-Karte aktuell in drei Fällen von maximal vier erlaubten. Dadurch blieb kein einziges Hettstedter Brett im gesamten Verlauf der Bezirksklasse-Serie unbesetzt. Frühere Praxis war Freilassen und dafür Strafe zahlen. Die letzte diesbezügliche "Innovation" des Verbandes war die drastische Anhebung der Strafgebühren-Peitsche für unbesetzte Bretter, die kluger Weise auf Bezirksebene nur deutlich abgemildert umgesetzt wurde. Und es gibt im Bezirk Halle eben dieses angenehme Bemühen, Schach zu ermöglichen, statt Schach zu bestrafen. 
Neu ist auch die Aufteilung der Bezirksklasse in eine Nord- und eine Südstaffel. Dies minimiert die Fahrtwege spürbar. Und ist abgelauscht den Interessen der Schachspieler und Vereine, die zuvor in der untersten Bezirks-Liga die gleichen Wegstrecken bewältigen mussten, wie ein Team der Bezirks-Oberliga. (Und es war deutlich zu beobachten, dass die Kreisligen in den Ballungszentren mit kurzen Strecken immer rege Beteiligung fanden.) 
Und so deutet sich eine Entwicklung an, dass in den Flächengebieten, wo die Kreisligen mangels Vereinen winzig klein sind (oder gar nicht mehr existieren), die Bezirksklasse hier immer mehr die Funktion einer Einsteiger-Liga übernehmen wird. Im Zukunftslabor "Bezirksklasse Halle".