Landes-Mannschafts-Meisterschaft U14 auf dem Wasserschloß

Wunderbares Wetter während eines Schachturniers ist meist purer Überfluss. Doch die drei Tage Sonnenschein während der Landesmannschaftsmeisterschaft U14 auf dem Wasserschloß in Heldrungen brachten Kindern und Eltern einen echten Mehrwert. Bootsfahrten in den Wassergräben, Tischtennis, Volleyball und Fußball oder einfach das Erkunden der einzigartigen Festungsanlage boten eine willkommene Abwechslung im eng gestrickten Turnierablauf. 
In der ersten Runde, gespielt am Freitag nach dem Abendbrot, endeten vier der sieben Duelle mit einem drastischen 4 : 0 , was bereits auf ein breites Leistungsspektrum im Feld der 14 Mannschaften schließen ließ. Doch bereits in der zweiten Runde am nächsten Morgen war das Maximalergebnis kein einziges Mal zu verzeichnen. Sogar dem haushoch favorisierten Quartett vom Reideburger SV ging eine Partie nach langem Kampf verloren. Im gesamten Turnierverlauf kam jedoch nur noch ein einziger weiterer Partieverlust hinzu. Insgesamt erwies sich die "Reideburg" aber als uneinnehmbare Bastion und verwirklichte den DWZ- Vorsprung von 400 Punkten aus der Setzliste souverän zum Landesmeistertitel von Sachsen-Anhalt. Beachtlich, dass fast alle Akteure zudem noch ihre DWZ steigern konnten. Dieses verschwenderisch mit Talenten besetzte Team sollte unser Bundesland bei der Norddeutschen Meisterschaft vorzüglich vertreten können. 
Die überaus willkommene Invasion von sage und schreibe gleich sechs Mannschaften der Schachzwerge Magdeburg schien mit den unvermeidlichen häufigen Vereinspaarungen einen immanenten Nachteil im Gepäck zu haben. Doch Zwergenhäuptling Jens Windelband war vollauf zufrieden, denn die Kinder kommen teilweise aus völlig unabhängigen Trainingsgruppen und kennen sich kaum, so dass die Duelle gegeneinander meist ebenso erfrischend sind, wie der Kampf mit anderen  Vereinen. Mit dem Elite-Vierer aus dem Zwergenland auf Platz zwei wurde auch hier die Setzliste zur Ergebnistabelle. Die Schachzwerge stellten mit dem achtjährigen Valentin Udelnow auch das jüngste "Erste Brett" im Turnier.
Viele potentielle Bewerber gab es um den dritten Platz, den schließlich die Zweite des USV Halle im Duell gegen die Schachfreunde Hettstedt eroberte. Die Hettstedter fielen im dichten Feld auf Platz sieben zurück. Zu erwähnen ist dabei, dass sich die Delegation des USV zu zwei gleichstarken Teams formiert hatte - jeweils mit ähnlichem DWZ-Schnitt, aber mit überraschend unähnlicher End-Platzierung. Schiedsrichter Fridolin Mertens hatte mit der fröhlichen Kinderschar überhaupt keine Probleme und sogar die Trainer und Eltern zeigten vorbildliches Verhalten im Turniersaal. Die Berichterstattung im Internet gelang zeitnah wie nie zuvor, auch wenn der CLM ein Schweizer System-Turnier technisch nur widerwillig darstellt. 

An den Brettern im perfekt geeigneten Turniersaal saßen in diesem Jahr auch viele sehr junge Schachspieler, die noch mehrere Jahre in der LMM U14 dabei sein können und hier tolle Erfahrungen sammelten. Dies könnte unseren Verband für die Zukunft eigentlich hoffnungsfroh stimmen. Doch es bleibt die Frage, wieso es außer den Leistungs-Kadern nur noch recht wenige Schüler gibt, die in der "originalen" Altersklasse U14 am Brett sitzen. Wo sind sie also geblieben, die vielen begeisterten Kleinen der früheren Jahre? Soll unser Verband wachsen, braucht es vielleicht noch mehr qualitativ gute Spielangebote für viele Schüler, mehr als ein auf die schmale Leistungspitze der Jahrgänge ausgerichtetes "Superprogramm". Mehr als das Denkschema "Selektionsprinzip".